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Als ich etwa 6 Jahre alt war, verdunkelte mein älterer Bruder das Badezimmer
mit Decken und schleppte seltsame Geräte hinein.
Im Dämmerlicht durfte ich ein Blatt Papier in eine Schale tauchen.
Auf dem anfangs weißen Papier entstanden zusehends Schatten.
Wenig später erkannte ich darauf Menschen, Häuser und unsere Straße.
Dieses aus dem Nichts entstandene Bild beeindruckte mich mächtig.
Natürlich wollte ich damals Fotograf werden.
Inzwischen sind mehr als zwanzig Jahre vergangen.
Heutzutage fotografiere ich farbig.
Die Filme gebe ich zur Entwicklung im Laden ab.
An diesen Tag in unserem Badezimmer-Labor denke ich jedoch noch gern zurück.
Der fast alchemistische Zauber der Dunkelkammer ist für mich
etwas Einzigartiges geblieben.
Fotograf wurde ich dann übrigens doch nicht.
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