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Anfang der 1990er Jahre konzentrierte ich mich auf die Farbdiafotografie.
Ein Auslöser waren die Diavorträge des einmaligen Weltenbummlers Gustav Ginzel.
Wer ihn kennt, weiß, wovon hier die Rede ist.
Gustav Ginzel 1994 bei einer Führung vor dem Misthaus
Seine Vorträge im Misthaus in den Iserbergen waren eine einzigartige Mischung aus Lebensweisheiten, Erstaunlichem,
Wissenswertem und Nachdenklichem aus seiner persönlichen unkonventionellen Sicht.
So hatten die Zuschauer nicht nur viel zu Lachen, sondern auch das Gefühl bei Gustavs Erlebnissen dabei gewesen zu sein.
Das Misthaus 1994 - inzwischen abgebrannt und wieder aufgebaut
Das hatte nichts mit einer in steriler Perfektion geplanten Dia-Visions-Show zu tun,
sondern zeigte das pralle Leben auf schiefhängender Leinwand.
Leider sind viele seiner Bilder mit dem alten Misthaus abgebrannt.
Gustav kann meines Wissens momentan aus gesundheitlichen Gründen keine Vorträge halten.
Mich faszinierte die starke authentische Wirkung seiner Aufnahmen und ich sah die vielen Möglichkeiten,
durch Farben insbesondere die Natur wesentlich lebendiger wiederzugeben.
Es begann mein Farbrausch.
Beim Fotografieren nun plötzlich in Farben zu denken, fiel mir jedoch nicht leicht.
Der weitverbreitete Irrtum, daß ein Farbfoto die Welt einfach so zeigt wie sie eben ist, hatte in mir ein neues Opfer gefunden.
Es sind doch zweierlei Dinge, ein scharfes Farbfoto aufzunehmen oder ein Bild zu machen, welches das Erlebte wirklich zeigt.
Bei Vielem, was ich schon oft sah und fotografierte will mir das bis heute nicht gelingen.
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