Auffällig sind in der Märkischen Schweiz die vielen Schluchten - hier werden sie Kehlen genannt.
Sie entstanden beim Abtauen des Eises nach der Eiszeit.
Im Mittelalter kam es zu Vergrößerung der Kehlen durch Erosion.
Märchenhafte Namen wie Wolfsschlucht, Hölle oder Silberkehle deuten es bereits an; -
die düsteren Schluchten schienen nicht recht geheuer.
Ganz unverständlich ist das nicht, bieten sie doch einen seltsamen Anblick.
So will ich auch die Sage von Junker Hansens Kehle hier nicht vorenthalten.
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Die Sage von Junker Hansens Kehle
Die Herren von Rützen liebten das Weidwerk.
Und obwohl ihnen verkündet ward,
die Jagd würde dem Geschlecht eines Tages den Untergang bringen,
konnten sie nicht davon ablassen.
Auch Junker Hans, welcher der letzte von Rützen bleiben sollte,
war ein leidenschaftlicher Weidmann.
Als er zu Roß, einen gewaltigen Hirsch verfolgte,
stürzte sich das gejagte Tier in eine der tiefen Kehlen.
Junker Hans mußte sein Pferd mit der Peitsche in die steile Schlucht zwingen.
Als es schließlich zusammenbrach,
stellte er dem Hirsch zu Fuß weiter nach.
Der bedrängte Hirsch aber, kehrte in seiner Not wild um
und durchbohrte den Jäger mit dem Geweih.
So fand der letzte Rützen sein Ende.
Er war jung und noch ohne Erben.
Des Nachts aber geht er bis heute in der Schlucht um und treibt allerlei Unfug.
Sobald die Uhr jedoch Eins schlägt, verschwindet er wieder, jämmerlich rufend:
Helpt! helpt!
Heute noch wird die Schlucht Junker Hansens Kehle genannt.
Sie befindet sich oberhalb der Pritzhagener Mühle.
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